Stromausfall – Das ist jetzt zu tun

Sie haben einen plötzlichen Stromausfall oder der Strom ist nach einem Ausfall gerade wieder zurück? Hier erfahren Sie was jetzt zu tun ist und wie Sie Ihre Geräte vor einem Schaden schützen. Lesen Sie außerdem wie Sie einem Stromausfall in Zukunft vorbeugen können.

Das Wichtigste ist: Ruhe bewahren. Nutzen Sie unsere Checkliste um richtig mit einem Stromausfall umzugehen. Bitte rufen Sie nicht die Polizei oder Feuerwehr. Ein Stromausfall an sich ist kein Notfall!

Verhalten bei Stromausfall

Infografik Stromausfall
Infografik: Das ist zu tun bei einem Stromausfall
Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei sich bei einem Stromausfall richtig zu verhalten. Wichtig ist, dass Sie die Ruhe bewahren und alle Maßnahmen treffen, die in Ihrer Macht stehen. Unsere Infografik hilft Ihnen außerdem dabei alle wichtigen Schritte im Blick zu haben – Sie können das Bild zum Beispiel auch auf Ihrem Smartphone speichern.

Checkliste: Bei einem Stromausfall

  • 1. Umfang herausfinden

    sicherungskastenAls erstes sollten Sie herausfinden, was alles von dem Stromausfall betroffen ist. Ist es eventuell nur das Gerät, da ein Stecker defekt ist? Ist eine Steckdosenleiste kaputt? Ist eine Sicherung rausgeflogen? Oder ist das gesamte Haus dunkel? Ein Blick aus dem Fenster kann Aufschluss geben, ob sogar die ganze Straße betroffen ist. Je nach Auswirkungsgrad lässt sich manchmal schon auf eine Ursache schließen.

    Tipp: Sofern Sie über Ihr Smartphone in das Internet kommen, können Sie durch lokale Nachrichtendienste oder über soziale Netzwerke herausfinden, ob auch andere von dem Stromausfall betroffen sind.

  • 2. Schäden verhindern

    geraete-ausschaltenSollte der Stromausfall größer sein und die Behebung nicht in Ihrer Hand liegen, versuchen Sie Ihre Geräte vor Schäden zu schützen. Fließt plötzlich wieder Strom, kann es zu Spannungsspitzen kommen, die empfindlicher Elektronik schaden können. Schalten Sie empfindliche Geräte dafür einfach manuell aus. Außerdem sollten Sie Geräte ausschalten, die vorher eingeschaltet waren und bei wiederhergestellter Stromversorgung Hitze entwickeln können (Ofen, Herd, Bügeleisen).

  • 3. Ausfall melden

    ausfall-meldenMelden Sie den Stromausfall bei der Ausfall-Hotline Ihres Stromversorgers oder nutzen Sie entsprechende Online-Formulare. Auf dieser Seite finden Sie eine Liste von Hotlines zur Ausfall-Meldung.

  • 4. Auf dem Laufenden bleiben

    radioInformieren Sie sich über die aktuelle Lage. Dazu gibt es diverse Internetseiten. Außerdem sollten Sie für den Notfall ein batteriebetriebenes Radio parat haben (+Ersatzbatterien). Dieses kommt mit einer Batterieladung wesentlich länger aus als ein Smartphone. Außerdem haben die Sendemasten der Telefonnetze meist keine Notstromversorgung.

  • 5. Kühlung nicht unterbrechen

    kuehlschrankHalten Sie Kühlschränke und Tiefkühlfächer möglichst geschlossen. Solange die Türen zu sind, bleiben diese Geräte aufgrund ihrer Isolierung noch länger kalt. Jedes Öffnen der Türen würde kalte Luft raus- und warme Luft hereinlassen.

Vorbereitet sein auf einen Stromausfall

Die folgende Liste soll Ihnen dabei helfen, optimal auf einen Stromausfall vorbereitet zu sein. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eines größeren, längeren Blackouts in Deutschland sehr gering ist, sollten Sie dieses Szenario nicht unterschätzen. Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht. Zumindest ein paar Basis-Utensilien sollten Sie immer im Haus haben!

Checkliste: Stromausfall vorbeugen

  • Licht

    Wenn nachts der Strom ausfällt, brauchen Sie als allererstes Licht. Sie sollten also immer eine Taschenlampe parat haben inkl. Ersatzbatterien. Ideal sind Taschenlampen die sich mit einer Kurbel aufladen lassen.

    Im Notfall tun es auch Kerzen oder eine Petroleum-Lampe. Mit offenem Feuer sollten Sie in geschlossenen Räumen aber äußerst vorsichtig sein.

  • Trinken

    Ohne Strom kann auch die Wasserversorgung eingeschränkt sein. Ein paar Flaschen Wasser sollten Sie daher immer zu Hause haben.

  • Essen

    Früher oder später brauchen Sie Nahrung. Schaffen Sie sich dazu einfach ein paar Konservendosen und einen Camping-Kocher an.

  • Wärme

    Auch Heizungen sind abhängig von Strom. Selbst bei Ölheizungen wird Strom benötigt um z.B. elektrische Pumpen zu versorgen. Sollten die Heizungen nicht mehr heizen, wird es schnell kalt in der Wohnung. Ein Gas-Heizstrahler ist eine der wenigen Möglichkeiten, wie Sie dann noch Wärme erzeugen können.

  • Radio

    Um herauszufinden, warum der Strom weg ist, hilft eine einfaches, batteriebetriebenes Radio. Sie sollten daher immer ein Radio im Haus haben. Ersatzbatterien sind auch hier von Vorteil. Auch mit Ihrem Smartphone können Sie auf dem Laufenden bleiben, jedoch nur solange auch das Mobilfunknetz in Ihrer Umgebung mit Strom versorgt wird. Auch Radios gibt es übrigens mit Kurbel, sodass Sie vollständig unabhängig vom Stromnetz oder von Batterien sind (Kurbel-Radio ansehen).

  • Unterbrechungsfreie Stromversorgung

    Wichtige Geräte können durch eine einfache Form der unterbrechungsfreien Stromversorgung vor Schäden oder Datenverlusten geschützt werden. Steckerleisten mit integriertem Akku geben Ihnen zum Beispiel noch etwas Zeit, um Daten zu sichern und den Rechner herunterzufahren.

  • Stromausfallmelder

    Um einen unbemerkten Stromausfall zu verhindern, vor allem wenn Sie für längere Zeit außer Haus sind, gibt es sogenannte Stromausfallmelder bzw. Stromwächter.

  • Strom erzeugen

    Sollte der Strom länger ausfallen, können Sie auch selbst Strom erzeugen. Im kleinen Stil reicht dazu ein Solarpanel. Wollen Sie mehr Strom produzieren, brauchen Sie einen Notstromgenerator.

Häufigkeit und Dauer von Stromausfällen

Im europäischen Vergleich, gehört das deutsche Stromnetz zu den Verlässlichsten. Statistiken der Vergangenen Jahre belegen, dass sowohl die Häufigkeit, als auch die Dauer von Stromausfällen in deutschen Netzen sehr gering sind und weiter schrumpfen.

Laut Statistik von 2014 fällt der Strom für einen deutschen Stromkunden nur ca. 2,5 mal in 10 Jahren aus. Die Versorgungsunterbrechung pro Stromkunde im Jahr 2014 lag bei 11,9 Minuten (ohne höhere Gewalt) bzw. bei 13,1 Minuten (Versorgungsunterbrechungen durch höhere Gewalt mit einberechnet).

Gerade diese herausragende Versorgungssicherheit, führt aber auch dazu, dass sich niemand mehr auf einen Ernstfall vorbereitet. So sicher das Netz auch ist, es gibt immer Gründe aus denen auch ein modernes Stromnetz, wenn auch nur zu Teilen, ausfallen kann. Diese Webseite soll genau dafür ein Bewusstsein schaffen. Es muss nicht gleich der Atombunker im Vorgarten sein, aber eine gewisse Grundausstattung für den Notfall sollte in jedem Haushalt zu finden sein.